Sardinien – 10 Tipps für eure Reiseplanung

Italien, ein Land welches immer ich mit alten Sophia Loren-Filmen und bunten Bildern aus Capri verbunden habe. Italien, ein in meinem Kopf immer teures und irgendwie unnahbares Reiseziel. Und trotz Reisen nach Asien, in die Karibik oder Afrika habe ich dieses quasi vor der Haustür liegende Schmuckstück nie besucht. Bis ein italienischer Freund 2017 eine Sizilienreise plante – und ich mit von der Partie war. Eine Woche in San vito lo Capo und ich wusste, irgendwann möchte ich nochmal nach Italien. Warum es nun Sardinien wurde? Keine Ahnung. Aber zack waren Mitte Mai die Flüge (Eurowings) von Köln direkt nach Olbia gebucht. Yippie, die Freude war groß! Und schon am darauf kommenden Wochenende wollten wir die Unterkünfte planen. Da das gar nicht so leicht wie erwartet war, findet ihr hier unsere Erfahrungen sowie 10 Tipps für eure Reiseplanung.

Die Reiseplanung als Streitpunkt

Mit großer Vorfreude setzen wir uns an die Laptops und gaben bei Google: „Sardinien Tipps“ ein. Nach wenigen Minuten wurde uns klar, so einfach wie wir uns das vorgestellt haben wird es nicht! Denn wenn ihr euch danach erkundigen wollt, wo auf Sardinien ihr hinreisen sollt, werdet ihr mit Bildern und Tipps der schönsten Ecken und Strände erschlagen. Denn was man wissen sollte: hier gibt es die Top 10 schönsten Strände der Welt – daher auch der wirklich zutreffende Spitzname: Karibik Europas.

Wir mussten uns also durch einen Berg von Empfehlungen, Bildern, Blogs etc. wühlen. Das Ergebnis war ein Sonntag vorm Laptop. Eine geleerte Rotweinflasche und dicke Luft. Denn so eine Planung muss nicht immer nur Spaß machen. Der eine will in den Süden, der andere möchte den Norden sehen und jeder denkt die Unterkunft, die er ausgesucht hat ist die Beste. So schlägt die anfängliche Vorfreude schnell in eine gereizte Stimmung um. Damit euch dies nicht passiert, übernehmt gerne unsere Route und erspart euch die Zickereien! 🙂

San Teodoro im Osten

Aus Deutschland hatten wir bereits einen Wagen gemietet, den wir dann auch problemlos direkt am Flughafen abholen konnten. Unser süßer Fiat 500 war perfekt für die Reise und ausreichend für unser Gepäck. Von Olbia ging es ca. 20 Minuten nach San Teodoro. Hier haben wir 3 Nächte im Stella Marina übernachtet. Die Unterkunft war sauber, die Zimmer süß mit einem tollen Balkon, die Mitarbeiter freundlich und das Frühstücksbuffet völlig ausreichend. Die Lage ist für eine abendliche Spaziergänge direkt in der Altstadt perfekt und Restaurants gibt’s wirklich ausreichend.

Wir haben hier zwei Strände besucht. La Cinta, der größte und bekannteste und Cala Brandinchi – auch „Little Tahiti“ genannt. Tipp: Little Tahiti solltet ihr zeitig besuchen, denn der Strand ist schmal und bietet daher nicht viel Platz. Aufgrund seines karibischen Flairs ist er sehr beliebt und immer gut besucht. Übrigens: alle Strände die wir auf Sardinien besucht haben waren wunderschön! Alles in allem war das Hotel gut und das Örtchen wirklich süß, besonders beliebt bei Familien. Ein angenehmer Start für unsere Reise.

Villasimius im Süden

Kommen wir zu meinem Favoriten unserer Reise. Die Fahrt von San Teodoro hat 3 Stunden gedauert und führte uns durch kleine romantische Dörfer und die bergige Landschaft Sardiniens. Angekommen an unserer Unterkunft war ich sofort verliebt. Das kleines Bed&Breakfast Sa Cralla geführt von Mutter und Tochter war einfach zuckersüß. Wobei die Mama kein Wort Englisch spricht, wir uns aber mit Händen, Füßen und viel Lachen verständigt haben. Hier war alles kleiner, liebevoller und irgendwie noch italienischer. Vor allem gab es eine große Terrasse mit großartigem Blick in die Berge, mit Sitzecken und einem Bücherregal: unser Lieblingsplatz für unser tägliches Kartenspiel. Hier oben, bei Sonnenuntergang mit einem eiskalten sardischen Bier in der Hand, fühlte ich mich fast wie Julia Roberts in „Eat Pray Love“.

Das Frühstück kommt hier nicht von einem Buffet sondern wird serviert, in Massen! Man setzt sich morgens halb verschlafen an den Tisch und plötzlich bringt ein junges Mädchen tellerweise Kuchen, Obst und belegte Brote – ich dachte am ersten Morgen, dass eine Verwechslung vorliegen muss.😄 Wir haben es nicht einen Morgen geschafft alles aufzuessen. Ich bezweifle auch, dass das irgendjemand schafft! Die Reste wurden uns immer eingepackt und waren unser kleines Mittagessen am Strand. In Villasimius haben wir uns hauptsächlich am Hauptstrand aufgehalten, Spiaggia Villasimius. Denn der Strand war lag und breit, bot genug Platz für alle und das Wasser war wieder mal ein Traum. Durch die Größe des Strand war es nie überfüllt und teilweise waren im Wasser so wenig Leute, dass man sie an einer Hand abzählen konnte – ziemlich relaxed.

Wo sind die Weinliebhaber?

Was ihr in Villasimius unbedingt unternehmen solltet: Besucht Colline del Vento! Weinprobe ist hier für alle, die Lust auf großartigen Bio-Wein haben. Denn anders als in anderen, oft etwas öden Weinverkostungen, geht es hier um die Geschichte von Gianluca und seinem Vater, die einfach aus Leidenschaft vor 15 Jahren damit angefangen haben Wein zu machen. Die beiden zeigen euch ihre Reben und erzählen ihre Geschichte, nur um dann mit euch im Schatten eines alten Baumes ihren Wein und Schnaps zu trinken, Käse und Wurst zu essen und über die Leidenschaft zu philosophieren. Ich fand es wunderschön!

Eine weitere Empfehlung ist das Restaurant Sa Tankitta – die Meeresfrüchteplatte für zwei war der Hammer. Danach brauchten wir keine Hauptspeise mehr. Unbedingt reservieren! Ansonsten geht zu Pepe Nero – bekannt für seine Pizza und die langen Wartezeiten, aber es hat sich gelohnt. Bitte geht nicht zu Ayaya. Das Restaurant wirbt mit sardischer Küche. Was wir allerdings erlebt haben war wirklich wahnsinnig enttäuschendes Essen und ein miserabler Service, ich mag keine Details nennen aber spart euch dieses überteuerte Restaurant einfach. Abends ist in Villasimius gut was los, ein typischer Nachtmarkt mit Ständen zum Stöbern, Künstler und Musik. Einfach nett um nach dem Essen noch mit einem Gelato in der Hand die Wärme einer italienischen Sommernacht zu genießen! Il dolce far niente!

Santa Teresa Gallura im Norden

Von hier ging es wieder Richtung Norden, der letzte Stop unserer Tour war Santa Teresa Gallura. Ein schönes Fleckchen ca. 1 Stunde vom Flughafen entfernt, daher auch für die letzten Tage perfekt. Hier waren wir in dem süßen airbnb von Barbara: die Villa Mimma. Barbara liebt Deko bis ins Detail, und das spürt man hier auch! Unser Zimmer war so liebevoll eingerichtet wie bei meiner Oma. Mit einem gefüllten Kühlschrank, einer unglaublichen Terrasse und ganz viel Charme ist man hier super untergebracht. Hier haben wir noch ab Palau einen Ausflug zum La Maddalena Archipel gemacht. Wunderschön! Aber achtet darauf, hier etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen, sonst landet ihr auf einem der völlig überfüllten Touri-Boote.

Hier meine 10 wichtigsten Tipps für euch:

  1. Versucht nicht jeden Touri-HotSpot mitzunehmen – genießt einfach mal den örtlichen Strand an dem auch die Locals liegen, hier ist es oft am schönsten!
  2. Grundsätzlich: in allen Unterkünften wurden Strandschirme zur Verfügung gestellt und wir hatten große Strandtücher dabei – für uns vollkommen okay. Die 40 bis 50 Euro für Liege und Schirm haben wir uns gespart und lieber bei Wein und Essen ausgegeben.
  3. Pizza Sarda! Mit Oliven, sardischer Wurst und Peccorino-Käse, habe sie in jedem Ort gegessen und sie ist mein absoluter Favorit.
  4. Ein Tretboot könnt ihr überall ausleihen – und die 15 bis 20 Euro pro Stunde lohnen sich. Ein bißchen rausfahren und ins glasklare Wasser hüpfen, perfekt!
  5. Besucht Gian Luca und seinen Vater auf Ihrem Weingut in Villasimius und macht eine Weinverkostung bei den beiden.
  6. Beherrscht ein paar einfache Wörter und Sätze auf italienisch. Die Italiener freuen sich sehr darüber wenn ihr zeigt, dass ihr euch ein bißchen vorbereitet habt. (Ich denke das gilt für jedes Reiseziel).
  7. Die Costa Smeralda haben wir uns gespart. Weder die Luxusyachten noch der Billionaires Club von Flavio Briatore haben mich interessiert – Glitzer, Glamour und Fake sehe ich ja schließlich genug auf social media.
  8. Lest vorher das Buch „Gebrauchsanweisung für Sardinien„. Denn so vieles was wir darin gelesen haben, haben wir auf der Insel wiedergefunden. Dinge die uns sonst nie aufgefallen wären! Außerdem hilft es, das Land und die Leute besser zu verstehen, denn Sardinien hat vor allem politisch eine durchaus komplexe Vergangenheit.
  9. Mückenspray! Ich hatte weder auf Bali noch in Südafrika so heftige Mückenstiche wie auf Sardinien!
  10. Und zu guter Letzt: Ihr werdet eh nicht genug Zeit haben euch alles auf der Insel anzuschauen, stresst euch also nicht bei der Planung und kommt lieber ein zweites Mal wieder. 

Unser Fazit: Sardinien ist definitiv eine Reise wert. Ciao, eure Carina ❤️

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